Meinungen

My husband and I spent two weeks in the Castle apartment and enjoyed every minute. We’d open the windows in the morning and listen to the birds – no booming radios, traffic, etc., just peace and quiet. The grounds are lovely and the apartment was amazing. We don’t speak German and most of the people in town did not speak English, but they did their best to help us and we felt very welcome. Viktoria and her family were ready and able to answer any questions, make suggestions for sights to visit and, in general, made us feel very comfortable. We’ll return to the Castle for another visit as soon as possible. We feel very fortunate to have found Schloss Unsleben and would recommend a visit to anyone wanting to „live“ in Germany for awhile.

Gäste im Appartment

 

Wir haben uns in Ihrem Haus sehr wohl gefühlt. Sie haben sich mit Idealismus in diese Aufgabe stellen lassen deren Dimension der gemeine oberflächliche Bürger gewöhnlich so nicht wahrnehmen kann. Wir danken sehr für die uns erwiesene Öffnung des Schlosses,  in dem man meinen könnte, ein Dürer oder Cranach säße darinnen, sich die Augen reibend und über die Lichtverhältnisse murrend. Ich bin mir sicher, in einer gut isolierten Millionen-Villa lebten Sie komfortabler und unbelasteter, als unter dem jetzigen Dach mit so viel baulichem Ach, gigantischen Energiekosten und fast ebenso viel Einschränkungen, dafür freilich weit weniger individuell!

Feriengäste im Burghäuschen, im August

Die Zeit schafft in diesem Ambiente kunstvolle
Stillleben. „Gerade das Unberührte wird immer
wichtiger im hektischen Alltag“, sagt der Hausherr.
Er beobachtet das auch bei den Feriengästen, die
sich für ein paar Tage im Schloss einmieten. Auf sie
wirke das alte Gemäuer wie ein Ruhepol. Weil vieles
bleiben darf, wie es ist.

 Micaela Buchholz, Landlust

»Rumpelburg« oder auch »Papierfaltschloss« nennt Christoph Graf zuWaldburg-Wolfegg manchmal liebevoll sein Wasserschloss Unsleben. Das liegt im hohen Norden des Freistaats, im Tal der Streu am Fuß der Langen Rhön, schon fast in Thüringen. Unsleben ist ein bezaubernd malerisches Kuriosum, eine bunt zusammengewachsene Mixtur deutscher Stilgeschichte vom steilen Fachwerktrakt über ein Renaissancehöflein zum barocken Mansarddach-Bau, ein Spinnwebschlösschen fürs Kindergemüt. An seiner wunderbar mürben Patina wird nur äußerst vorsichtig gerührt. Es war die schwebende Stimmung von Zeitferne und Inselhaftigkeit innerhalb des stillen Wassergrabens, die den Grafen sofort ergriff, als er das abgeschiedene Rhönschloss erbte. Graf Waldburg und seine Frau Viktoria waren in ihren Dreißigern, er Kunsthistoriker, sie Kulturwirtin, berufstätiger »Etagenadel« in einer Frankfurter Wohnung. »Aus Naivität und Neugier« beschlossen sie, ihr Leben diesem schwierig-schönen Erbe zu widmen. Die Kinder, drei mittlerweile, sollten auf dem ländlichen Ansitz groß werden.

Zögerlich überlegte man sich als wirtschaftliche Basis den Ausbau von Ferienapartments, erst mal nur einer Wohnung im Mauerwächterhaus. »Wir dachten, da kommen lauter Lehrer.« Heute gibt es vier aparte Logis – und es kamen weniger die erwarteten Bildungsbürger als vorwiegend romantikhungrige Techniker, EDV-Spezialisten, Kunststoffvlies-Hersteller. Am prächtigsten ist die Schlosswohnung auf dem Piano nobile des Hauptbaus mit dem saalartigen blauen Salon, der komplett mit Rollwerkfresken des frühen 17. Jahrhunderts ausgemalt ist.

Das Gastgeberpaar ist nonchalant und von jenem selbstironischen Understatement, das einem viel mit echter Noblesse zu tun zu haben scheint.

Kein Schlosshotel der Welt würde einen solchen Charme bieten. Und bei der legendären adeligen Standorttreue ist zu hoffen, dass Moritz Christoph Willibald Paulus Maria, dereinst sein Unslebener Erbe antritt und uns Reisenden ohne Stand noch lange die tagträumerische Weggetretenheit erlaubt, in die man auf ländlichen Adelssitzen eintauchen kann.

Renate Just, vollständiger Artikel in der DIE ZEIT

in der bayerischen Rhön